Vitali Klitschko ging „sprachlos“, als Deutschland 5.000 Helme in die Ukraine schickte, nicht 100.000

Trotz der Bitten der Ukraine um Verteidigungswaffen gegen die riesige Armee Russlands bleibt sie weiterhin standhaft und schickte stattdessen 5.000 Helme. Der Schritt hat heftige Kritik ausgelöst, wobei Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ihn als „einen absoluten Witz“ bezeichnete.



„Das Verhalten der Bundesregierung macht mich einfach sprachlos“, sagte Vitali Klitschko, Oberbürgermeister von Kiew, der deutschen Boulevardzeitung BILD.

Er fügte hinzu: „Offenbar hat der Verteidigungsminister nicht verstanden, dass wir es mit einer perfekt ausgerüsteten russischen Armee zu tun haben, die jederzeit eine weitere Invasion der Ukraine starten könnte. 5000 Helme ist ein absoluter Witz. Was will Deutschland als nächstes zur Unterstützung schicken? Kopfkissen?'

Beim Bund wurde ein Bedarf von 100.000 Kampfhelmen und taktischen Westen angemeldet.

Am 19. Januar schrieb die Ukraine an das deutsche Verteidigungsministerium und bat um Hilfe bei der Ausrüstung. Sie führte an, dass Helme und Körperpanzer erforderlich seien, um den Schutz des Landes zu stärken, sollte es einfallen.



Die ehemalige Sowjetrepublik bat um Waffen – wie die Briten sie Anfang dieses Monats schickten – aber stattdessen schickte Deutschland nur 5.000 Helme.

Vitali Klitschko and Christine Lambrecht

Vitali Klitschko war „sprachlos“ mit Deutschlands Ankündigung (Bild: Getty)

Vitali Klitschko

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (Bild: Getty)

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht sagte: „Deutschland wird die Ukraine mit militärischer Ausrüstung beliefern. Genauer: Mit 5.000 Helmen für Soldaten.“



Lamrecht sagte, es sei ein 'sehr deutliches Signal', dass das Land der Ukraine in der eskalierenden Situation mit Russland zur Seite stehe.

Sie sagte, Deutschland arbeite daran, „diesen Konflikt friedlich in der Mitte Europas zu lösen“, und begrüßte, dass die Gespräche über den Ukraine-Konflikt wieder in Gang gekommen seien.

Andriy Melnyk, der ukrainische Botschafter in Berlin, begrüßte das Versprechen von Militärhelmen, kritisierte es jedoch als „rein symbolische Geste“.

Angesichts des Ausmaßes der Lage sei die Lieferung von 5000 Helmen „nur ein Tropfen auf den heißen Stein, nicht einmal ein Trost“, sagte Botschafter Melnyk am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa.



Christine Lambrecht

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (Bild: Getty)

„Die Ukraine erwartet von der deutschen Regierung eine Kehrtwende, einen echten Paradigmenwechsel“, fügte er hinzu.

Neben dem begrenzten Angebot an Kopfbedeckungen ist nicht bekannt, ob die Helme neu oder alt sind, oder ob die Helme gespendet werden oder die Ukraine dafür bezahlen müsste.

In der Bundeswehr wird der als „Gefechtshelm M92“ bezeichnete Gefechtshelm seit Jahren sukzessive ausgemustert und durch neuere Modelle ersetzt. Ironischerweise kommen die neueren Modelle aus der Ukraine und kosten das Vierfache.

Auch Europa sieht die Blockadehaltung Deutschlands gegenüber Waffenlieferungen aus anderen Ländern an die Ukraine kritisch.

Estland – ein NATO-Verbündeter, Lettland und Litauen kündigten am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung an, dass sie Panzerabwehr- und Flugabwehrraketen an die Ukraine liefern würden – damit Kiew sich „im Falle eines möglichen russischen Angriffs“ verteidigen könne.

Andrij Melnyk

Der ukrainische Botschafter Andriy Melnyk (Bild: Getty)

Nach Ansicht des lettischen Verteidigungsministers Artis Pabriks zeigt Deutschlands Blockierung von Waffenlieferungen an die Ukraine die engen geschäftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen des Landes zu Russland.

„Dazu gehören nicht nur die Gas Relations und Nord Stream 2, sondern zahlreiche deutsche Unternehmen, die sich sowohl an Russland als auch an China anschmiegen wollen“, sagte Pabriks gegenüber BILD-Reportern.

Andriy Melnyk, ukrainischer Botschafter, appellierte an die deutsche Bevölkerung, „der Verkehrsregierung zu helfen, aktiver zu handeln“.

Die Lieferung von Helmen sei zwar das erste Zeichen dafür, dass die Bundesregierung ihre „absolut unverständliche Blockadehaltung“ in Frage stelle, betonte aber, es handele sich lediglich um eine symbolische Geste und es müsse mehr getan werden, um die Verteidigung der Ukraine angesichts der akuten Bedrohung zu stärken von Krieg.

„Wir brauchen keine Taktik und Manöver, sondern beherztes Handeln der Bundesrepublik, die der Ukraine endlich deutsche Abwehrwaffen liefert, die wir heute am meisten brauchen“, schloss er.